Spielbetrieb

Neun Zwölfer beim Grenke-Open – Ergebnisse durchwachsen

Über die Ostertage fand Europas größtes Schachturnier in Karlsruhe statt. Neben den „Chess Classics“, bei denen es Jungstar Vincent Keymer in den ersten drei Runden mit Carlsen, Anand und Caruana zu tun bekam, gab es ein A-Turnier (DWZ/ELO über 1900 mit 904 Teilnehmern), ein B-Turnier (DWZ/ELO unter 2000 mit 797 Teilnehmern) und ein C-Turnier (ohne DWZ oder unter 1400 mit 130 Teilnehmern). In allen drei Gruppen werden neun Runden gespielt. Alle turnierrelevanten Informationen finden Sie unter www.grenkechessopen.de.

Vom SK LU 1912 waren 9 Mitglieder am Start, sechs im A-Turnier und 3 in der B-Gruppe.

Am besten schnitt erwartungsgemäß IM Nderim Saraci mit 5,5 Punkten auf Platz 225 ab. Bemerkenswert hier, dass er nur eine Niederlage einstecken musste. Stefan Erdmann erreichte solide 4,5 Punkte und Richard Muckle kann mit 4 Punkten ebenfalls zufrieden sein. Horst Zielenski startete zäh ins Turnier, kam dann aber noch auf 3,5 Punkte, während sich Karlheinz Esswein mit 2,5 Zählern zufriedengeben musste. Sehr viel besser als das Ergebnis von 1 aus 8 kann natürlich Klubmeister und Pokalsieger Yannick Kemper spielen. Er fand leider nie zu seinem Spiel und wird wieder deutlich erfreulichere Schachtage erleben.

In der B-Gruppe erspielte sich Ujup Murseli 5,5 Punkte. Marc Motzer und Ralf Kissel kamen auf 4 Punkte. Alle drei Ergebnisse lagen im Bereich des Erwartbaren. Schade bei Marc und Ralf allerdings die recht hohe Anzahl von 4 Remisen, davon jeweils drei aus deutlich(st) besserer Stellung.

Trotz der Teilnehmerzahl von 1992 waren die Spielbedingungen erneut exzellent und das „Grenke-Open“ über Ostern ein absolutes Highlight.

Eine Schach-Perle von Werner Ullrich!

 

Hier noch eine Partie von Werner aus dem Jahre 1967. Die Partie wurde beim Mannschaftskampf zwischen SK Ludwigshafen 1912 und Turm Mundenheim in der Oberliga Pfalz gespielt.

Krieger,Hermann - Ullrich Werner

Ludwigshafen - Mundenheim am 27.02.1966

 

1.e4 Sf6 2.e5 Sd5 3.Sc3 Sxc3 4.dxc3 d5 5.Le3 Lf5 6.g4 Lg6 7.Lg2 e6 8.De2 c6 9.0–0–0 Da5 10.Kb1 Sd7 11.f4 Db5 12.Dxb5 cxb5 13.f5 exf5 14.Txd5 a6 15.Se2 Le7 16.g5 0–0–0 17.h4 Lh5 18.Sf4 Lg4

 

Ullrich1

19.e6 Hier steht Weiß auf Gewinn

19...fxe6 20.Sxe6 f4 21.Sxf4? Besser war 21.Sxd8 fxe3 22.Sxb7

21...Sb8 22.Te1 Sc6 23.Lb6 Tde8 24.Td3?

 

 Ullrich 2

 

Das war der Verlustzug. Werner Ullrich hat diesen Fehler ausgezeichnet ausgenutzt (Thema: Grundlinienmatt)

24...Lc5 25.Tde3 Txe3 26.Txe3 Lxb6 und Schwarz hat jetzt eine Figur mehr

27.Tg3 Te8 28.b3 Ld7 29.Sd5 Lc5 30.b4 La7 31.Kb2 Se7 32.c4 bxc4 33.Le4 Sxd5 34.Lxd5 Le6 35.Le4 Lg8 36.Lf5+ Kc7 37.g6 h6 38.a4 Te3 39.Tg4 und nun setzt Schwarz spätestens in 5 Zügen matt39...c3+ 40.Ka3 Te1 Weiß gab auf. 0–1

 


Nachruf Werner Ullrich *26.03.1941 + 04.04.2019

Werner Ullrich ist beim Turm Mundenheim zum Schachspielen gekommen.

 

Werner TischMannschaftsfoto4

 

Werner bei der Analyse (2013)                                            Seniorenmannschaft mit Hermann Krieger, Hans Kelchner und Dieter Villing

 

Er spielte in der Saison 1963/64 mit Turm Mundenheim in der Oberliga Pfalz. Turm Mundenheim hatte damals eine starke Mannschaft (Brett 1 bis 8 Alois Süß, Rheinheimer, August Windecker, Werner Ullrich, Reitermann, Alfred Herrmann, Peter Vondung, Peter Klein). Turm Mundenheim belegte damals hinter SK Ludwigshafen 1912 den zweiten Platz in der Oberliga Pfalz.

Werner Ullrich hatte in der Ingoauswertung der Oberliga 1963/64 die Ingozahl 94,3 -13.

Er spielte nur Mannschaftskämpfe. Im Sommer 1976 hatte er seine Ingozahl auf 75,0 -21 gesteigert (das entspricht einer DWZ von 2240). Damit belegte er in der Rangliste der Pfalz den 11. Platz.

Jetzt hörte Werner Ullrich auf mit Schachspielen, weil er auch noch Leistungsportler war. Er nahm an Marathonläufen teil. Seine beste Zeit war knapp 2 Stunden 30 Minuten. Mit dieser Zeit hätte er in den zwanziger Jahren bei der Olympiade die Goldmetaille gewinnen können. Es gelang ihm, 100 Marathonläufe zu absolvieren.

Beruflich war er recht erfolgreich. Auch ohne Universitätsstudium schaffte er es in Ludwigshafen zum Stadtverwaltungsdirektor.

Als er in Rente ging, kam er auf die Idee, wieder sich dem Schachspielen zu widmen. Im Jahre 2008 wurde er Mitglied beim Schachklub Ludwigshafen 1912.

In der Saison 2008/09 erzielte er in der Seniorenliga Pfalz 4,5 Punkte aus 5 Partien und damit eine Turnierleistung von DWZ 1990. Er trug damit dazu bei, dass unsere Senioren Pfalzmeister 2009 wurden. Er war auch beteiligt, als unser Schachklub in den Jahren 2010, 2011, 2012, 2013 und 2016 Senioren-Pfalzmeister wurde. In der Saison 2011/12 erzielte er in der Seniorenliga 5,5 Punkte aus 6 Partien und gewann den Preis am 4. Brett.

Er spielte auch 2009 mit, als Ludwigshafen Rheinlandpfalz-Seniorenmeister wurde.

Hermann Krieger

 

Werner Ullrich verstorben! Beisetzung am Mittwoch, 10. April

Am vergangenen Donnerstag 04. April ist unser langjähriges Mitglied Werner Ullrich verstorben! Die Beisetzung findet am Mittwoch 10.April auf dem Friedhof in Friesenheim statt.

Saisonabschluß Rheinlandpfalzliga : Platz 3; Andreas Lambert holt Brettpreis

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Die Meister der 1. Rheinland-Pfalz Liga 2018/2019 aus Heidesheim

 

Die letzte Runde der 1. Rheinland-Pfalz Liga wurde vom SK Ludwigshafen ausgerichtet und fand zentral bei uns in der BBS statt. Die Siegerehrung des Aufsteigers in die Oberliga Südwest gab es vor Rundenbeginn, denn der erste Platz war schon uneinholbar an die Schachfreunde aus Heidesheim vergeben.

Der Abstiegskampf war noch spannend, letzten Endes erwischte es mit Landau II eine Mannschaft, die man vor der Saison nicht am Tabellenende erwartet hätte.
Wir spielten gegen Pirmasens, die praktisch auch noch in theoretischer Abstiegsgefahr waren. Einen Brettpunkt benötigten die in Bestbesetzung angetretenen Pirmasenser um den Klassenerhalt zu sichern. Am Ende wurden es leider ein paar mehr... .
Zum Spielverlauf :

Stefan Johann hatte an Brett 1 gegen GM Ralf Appel einen schweren Stand und kam unter starken Angriff am Königsflügel. Appel verwandelte präzise.
Es folgte eine weitere Niederlage von Richard Muckle, der aufgrund von Ausfällen drei Bretter weiter oben spielte als normal. Richard stand nach der Eröffnung schlecht, gab einen Bauern für Entlastung, das funktionierte aber nicht.
Danach folgte ein Remis in einer wilden Partie von Horst Zielenski. Horst stand ziemlich aktiv, musste aber aufgrund eines taktischen Übersehens seine Dame statt seines Läufers auf g7 fianchettieren. Das erschwerte seine Entwicklung. In undurchsichtiger Stellung einigten sich Horst und sein Gegner auf Remis.
Es folgte eine Niederlage von Karlheinz Esswein, der bis auf Brett 4 vorgerutscht war. Normalerweise versteht Karlheinz es, sich auch in schlechteren Stellungen dynamisches Gegenspiel zu verschaffen. Hier jedoch kam er mit dem Stellungstyp seines stocksolide spielenden Gegners nicht zurecht.
Am Brett von Andreas Lambert gab es nun im Springerendspiel eine Zugwiederholung. Andreas war durch eine taktische Wendung ins Endspiel gegangen, weil er weniger Bauerninseln hatte als sein Gegner. Es stellte sich aber heraus dass die zentrale Dominanz wichtiger war als die Bauernschwächen, und so musste er sich verteidigen statt anzugreifen.
Damit stand es nun bereits 1:4 gegen Ludwigshafen.
Es folgte noch eine Niederlage von Ujup Murseli. Ujup hatte Material geopfert um Angriff gegen den gegnerischen König zu bekommen. Sein Gegner opferte das Material geschickt zurück, parierte alle Drohungen und gewann das Damenendspiel. 1:5.

 

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Brettpreis an Brett 4: Andreas Lambert (rechts im Bild)


Zunächst schien es, als ob wir an den verbleibenden Brettern (Hans Kelchner, Reiner Junker) noch gut punkten könnten.
Hans Kelchner hatte die bessere Bauernstruktur und drückte im Endspiel. Sein Gegner hielt dem Druck stand, und am Ende war zu wenig Material auf dem Brett. Remis. 1,5:5,5
Reiner Junker hatte seinen Gegner eigentlich gut im Griff. Er lehnte ein Remisgebot ab, stellte jedoch bei seinen Gewinnversuchen die Qualität ein. Der Gegner gab später die Qualität wieder zurück und ging ins Turmendspiel mit Mehrbauer. Das sah eine Weile nach Remis aus, aber am Ende reichte es nicht. Der Pirmasenser gewann.
Endstand damit 1,5:6,5. Nach dieser Niederlage zog Schott Mainz 2 in der Endtabelle an uns vorbei und wir fielen auf Platz 3 zurück.

 

 

Himmelsfahrtsblitzturnier am 30. Mai

Wer hat Interesse und spielt mit?

 

Bitte bei mir melden.

 

MfG

Wolfgang Vohmann

Erwachsenentraining mit Manfred Derlich am Freitag, 29.03.2019 ab 20.00 h

Am Freitag bietet unser Spielleiter Manfred Derlich ab 20.00 h eine Trainingslektion im Klubheim für alle Interessierten an. Das Thema wird kurzfristig bekannt gegeben.

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